Buschenschank im Vulkanland – Geheimtipps abseits der Massen
Wer „Buschenschank Steiermark" hört, denkt zuerst an die Südsteiermark – Gamlitz, Kitzeck, Leutschach. Doch im Südosten des Landes, zwischen Feldbach, Riegersburg und der ungarischen Grenze, liegt eine Region, die unter Wein-Insidern als der spannendste Geheimtipp Österreichs gilt: das Vulkanland Steiermark.
Vulkanische Böden, mineralische Weine, deutlich weniger Tourismus als in der Südsteiermark – und Buschenschänke, die noch echte Geheimtipps sind. Dieser Guide zeigt, warum sich der Umweg lohnt.
Was ist das Vulkanland Steiermark genau?
Das Vulkanland Steiermark erstreckt sich über den Bezirken Südoststeiermark und Hartberg-Fürstenfeld – grob zwischen Feldbach, Bad Gleichenberg, Riegersburg und Fehring. Der Name kommt nicht von ungefähr: Vor mehreren Millionen Jahren war hier vulkanisch aktives Gebiet. Die heutigen Böden enthalten Basalt, Tuffstein und mineralreichen Verwitterungsboden – eine Geologie, die es so in keiner anderen österreichischen Weinregion gibt.
Auf diesen Böden wachsen Weine mit ausgeprägter Mineralität und feiner Säure: Welschriesling, Sauvignon Blanc, Traminer, aber auch interessante Rotweine wie Zweigelt und – als regionale Spezialität – der „Vulkanland-Wein", ein Cuvée aus typischen Sorten der Region.
Was unterscheidet die Vulkanland-Buschenschänke?
Drei Dinge fallen auf. Erstens: weniger Andrang. Während du in der Südsteiermark an einem Septemberwochenende ohne Reservierung Probleme bekommst, hast du im Vulkanland fast immer einen Platz. Zweitens: persönlichere Atmosphäre. Die Betriebe sind kleiner, oft sitzt der Winzer selbst am Tisch und plaudert mit den Gästen. Drittens: andere Geschmacksprofile. Die mineralischen Vulkanland-Weine sind eigenständiger als die fruchtigeren Südsteirer und passen perfekt zu der etwas deftigeren Küche der Region.
Was du nicht erwarten solltest: schicke Designer-Buschenschänke mit Glasfronten und Infinity-Pool. Das Vulkanland ist authentisch, oft rustikal und manchmal ein bisschen aus der Zeit gefallen. Genau das macht den Charme aus.
Die schönsten Gegenden für eine Buschenschank-Tour
Rund um Riegersburg: Die Region rund um die Burg Riegersburg ist landschaftlich besonders eindrucksvoll – sanfte Hügel, Hopfengärten und Weinberge wechseln sich ab. Hier liegen einige der bekannteren Vulkanland-Buschenschänke. Klöch und Tieschen im Süden sind die Heimat des Klöcher Traminer – ein gewürzig-fruchtiger Weißwein, den es nur hier gibt.
Straden und das Saßtal bieten ruhige, kleine Betriebe abseits der Hauptstraßen – ideal für einen entspannten Tag ohne touristischen Trubel. Bad Gleichenberg ist die etwas mondänere Option mit guter Kombination aus Buschenschank-Besuch und Thermenaufenthalt.
Was du unbedingt probieren solltest
Klöcher Traminer als Aperitif – kein anderer österreichischer Wein schmeckt so. Welschriesling oder Sauvignon Blanc vom Vulkanboden zum Essen – probiere idealerweise denselben Wein von zwei verschiedenen Winzern, um den Bodencharakter herauszuschmecken. Bei der Jause: lokale Spezialitäten wie Vulkanland-Schinken (luftgetrocknet, mit Kürbiskern-Panade), gegrillte Pfefferoni und – wenn du Glück hast – hausgemachten Most aus Streuobstwiesen.
Insider-Tipp: Frag nach Edelbränden. Das Vulkanland hat eine starke Schnaps-Tradition, und viele Buschenschänke brennen selbst aus Marillen, Vogelbeeren, Quitten oder Schlehen. Ein gut gemachter Vogelbeerschnaps aus dem Vulkanland ist eine kleine Sensation – und außerhalb der Region kaum zu bekommen.
Wie kommst du hin und wann lohnt sich der Besuch?
Anreise: Von Graz aus über die A2 Richtung Wien, Ausfahrt Gleisdorf oder Sinabelkirchen, dann auf Landstraßen weiter. Reine Fahrzeit ab Graz: 45–75 Minuten je nach Ziel. Öffentlich erreichbar bis Feldbach oder Fehring, ab dort mit Taxi oder Wein-Shuttle.
Beste Reisezeit: Mai bis Juni und September bis Oktober. Im Hochsommer kann es im Vulkanland heiß werden – die etwas kühleren Schultermonate sind angenehmer. Wer im Oktober kommt, kombiniert Sturm-Saison mit dem milden Herbstlicht über den Hügeln. Auf WeinRadar siehst du tagesaktuell die offenen Vulkanland-Buschenschänke und kannst direkt anrufen oder eine Route planen.
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